Die kleine Eule Hu will nicht schlafen

Hu, die kleine Eule, reibt sich mit ihren kleinen Flügelchen ihre Augen. „komm, Hu, putz‘ die schnell die Zähne. Es ist bald Schlafenszeit!“, erinnert Mama Eule ihren kleinen Sprössling. Aber Hu möchte noch nicht schlafen. „Ich bin doch noch gar nicht müde, Mama. Außerdem ist es noch gar nicht ganz dunkel!“ Eulen schlafen nämlich erst spät nachts, nachdem sie von der Jagd wieder zurückgekommen sind. Sobald die Dämmerung einsetzt, werden Mama Eule und Papa Eule losfliegen, um auf die Jagd zu gehen. Hu denkt aber gar nicht daran, zu schlafen. Viel lieber möchte sie mit ihren Bauklötzchen spielen und mit Bibo, dem Bären, Fangen spielen.

„Jetzt ist es aber genug mit der Quengelei!“, schimpft Opa Eule. „Geh‘ jetzt bitte ins Bad, putz‘ dir die Zähne und dann ab in die Baumhöhle!“ Mürrisch macht sich Hu auf den Weg. „Ich mag ich nicht schlafen!“, jammert Hu. „Sobald die anderen das Zuhause verlassen, werde ich auch noch eine Runde drehen. Vielleicht ist Bibo ja wach, dann können wir noch etwas spielen…“
Hu putzt sich heute besonders gründlich die Zähne, zieht den Schlafanzug an und hopst ins Bett. Aufgeregt wartet sie ab. Wuuuschhhhh, hört sie die Flügel von Mama, Papa und Opa durch die kühle Abendluft schwingen. Jetzt ist Hu alleine in der Baumhöhle.

Aufgeregt und ganz vorsichtig schaut Hu aus dem Baumloch. Es ist noch nicht ganz dunkel. Da! Ein Häschen hoppelt zwischen den Bäumen hindurch, schlägt einen Haken und verschwindet in der Dunkelheit. Jetzt sieht und hört Hu nichts mehr. Hu ist sich unsicher. Soll sie wirklich noch einmal die Baumhöhle verlassen? Mama, Papa und Opa denken schließlich, dass sie nun schläft. „Ach“, denkt Hu, „was soll schon passieren. Ich kenne mich schließlich im Wald aus!“ Und da fliegt sie auch schon los, hinaus in die dunkle Nacht.

Fröhlich fliegt sie zunächst zu Familie Bär, um Bibo zu besuchen. „Hallo Hu!“, grüßt Mama Bär. „Wir wollten gerade etwas essen. Magst du auch etwas haben? Heute gibt es Baumrinde und Früchte!“ Hu schüttelt den Kopf. „Nein danke, Mama Bär. Ich habe keinen Hunger. Bibo, wollen wir Fangen spielen?“ richtet sie sich an Bibo. Aber dieser lehnt ab. „Ich darf nicht, muss gleich schlafen gehen. Morgen vielleicht.“ und so verabschieden sich die Freunde. Hu fliegt weiter. So alleine im dunklen Wald macht es irgendwie auch keinen Spaß. Sie fliegt noch ein Stückchen weiter und überlegt, wieder zurückzufliegen, als sie etwas hell leuchtendes sieht. Was ist das? Neugierig fliegt Hu auf die beiden hellen Punkte zu. So etwas hat sie noch nie gesehen. Plötzlich erschreckt Hu: Die hellen Punkte sind plötzlich ganz nah, ein Auto fährt über die Landstraße, direkt auf die kleine Eule zu! Starr vor Schreck sitzt sie auf der Straße und kann sich gar nicht mehr bewegen. Im letzten Augenblick hört sie eine vertraute Stimme laut rufen: „Hu!! Huuuu!!!! Komm da weg!!!“ Es ist – Papa Eule! Während der Jagd hat Papa die kleine Eule Hu entdeckt. Er fliegt auf sie zu, reißt Hu mit, diese fliegt panisch nach oben Richtung Himmel. Im allerletzten Moment fliegen die beiden Eulen weg, sodass das Auto für sie nicht mehr gefährlich werden kann.
Sie setzen sich auf einen Ast. Hier sind sie sicher. „Hu, wie konntest du das nur tun?“, fragt Papa. Hu senkt den Blick. „Bitte entschuldige, Papa. Das kommt nie wieder vor…“ – „das will ich hoffen!“, ruft Papa. Hu kann sehen, dass er etwas zittert. So hat sie ihn noch nie erlebt. „Du hättest dich verletzen können. Autos sind gefährlich! Außerdem solltest du doch schlafen. Wieso bist du denn überhaupt hier und nicht in der Baumhöhle??“ Traurig sieht Hu zu Papa. „Ich weiß. Eigentlich wollte ich nur noch ein bisschen spielen aber ich habe verstanden, dass ich zu klein dazu bin, alleine draußen herumzufliegen.“ Papa drückt Hu fest an sich. „wir wollen doch nicht, dass dir etwas passiert…“
Gemeinsam fliegen sie zurück, wo Mama und Opa die beiden erleichtert empfangen. Eng aneinandergekuschelt schlafen sie erschöpft ein.

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